Ausblicke

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Fachtagung «Kinder von inhaftierten Eltern»

Am 19. Juni 2026 führt das SKJV im Eventforum in Bern die Fachtagung «Kinder von inhaftierten Eltern – gemeinsam Verantwortung übernehmen» durch. Im Zentrum steht die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden, Polizei, Fachpersonen aus dem Justizvollzug und dem Kindesschutz sowie Vertreter:innen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen.

In Inputreferaten werden die Auswirkungen elterlicher Inhaftierung auf Kinder beleuchtet, kinderrechtliche Perspektiven aufgegriffen und aufgezeigt, wie betroffene Kinder wirksam unterstützt werden können. In Work­shops erhalten Fachpersonen die Möglichkeit, bewährte Praxis zu reflektieren, Erfahrungen auszutauschen und Potenziale für eine noch engere Kooperation zu identifizieren.

Die Tagung wird auf Anregung der Konferenz der Kantonalen Leitenden Justizvollzug (KKLJV) unter Mitwirkung der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz, der Konferenz der Kantonalen Polizeikommandantinnen und -kommandanten der Schweiz, der Schweizerischen Staatsanwaltschaftskonferenz sowie der Stiftung Relais Enfants Parents Romands organisiert. 

EPTA-Konferenz im Campus SKJV in Marly

EuroPris Expert Network «The European Penitentiary Training Academies» (EPTA), (das Europäische Netzwerk der Ausbildungsakademien im Justizvollzug) wird im Oktober 2026 sein jährliches Treffen der Leiter: innen in Marly in der Schweiz abhalten.

Die EPTA hat sich zum Ziel gesetzt, die Zusammenarbeit zu fördern, um die Aus- und Fortbildung des Justizvoll­zugspersonals zu verbessern und das Bewusstsein für die Arbeit des Personals in Justizvollzugsanstalten und Bewährungshilfeeinrichtungen zu schärfen. Einmal jährlich treffen sich die 36 Leiter:innen der europäischen Justizvollzugsausbildungsakademien für zwei Tage in einem Partnerland, um die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich zu erörtern.

Zwischen den Treffen stehen die Mitglieder in engem Kontakt, organisieren Fachseminare und besuchen sich gegenseitig, um die Zusammenarbeit zu vertiefen. Die Schweiz, die 2026 die EPTA-Schlüsselrolle innehat, organisiert die Konferenz zum Hauptthema «Next-Gen Trainers: Digital Skills and AI in Learning for Tomorrow»  (Kursleitende der nächsten Generation: Digitale Kompetenzen und künstliche für die Kursleitertätigkeit von morgen) im neuen Campus SKJV in Marly, Kanton Fribourg. 

United Nations (Foto: Shutterstock)
United Nations (Foto: Shutterstock)

Ein Handbuch für Führungspersonen im Freiheitsentzug

«Handbuch Freiheitsentzug mit Fokus auf Rückfallprävention und Wiedereingliederung», so lautet der Titel des nächsten Handbuchs des SKJV, das für Führungspersonen im Freiheitsentzug erarbeitet wurde. Es fasst auf rund 70 Seiten die wichtigsten Aspekte der Führung mit Fokus auf Rückfallprävention und Wiedereingliederung zusammen und wurde in enger Zusammenarbeit mit Fachpersonen aus der Justizvollzugspraxis erarbeitet. Die Führungspersonen aus Einrichtungen des Freiheitsentzugs werden eingeladen, sich mittels Reflexionsfragen mit ihrer Führungsrolle auseinanderzusetzen, Herausforderungen werden benannt und Lösungsansätze aufge­zeigt. Die Wissensgrundlage wird als praxisnahes Handbuch 2026 dreisprachig publiziert, sowohl online als auch in gedruckter Form. 

Themendossier Sucht und Justizvollzug

Suchtbetroffene Personen sind im System des Justizvollzugs aus vielfältigen Gründen übervertreten. Ihre ge­sundheitliche und soziale Versorgung stellt sowohl ausserhalb als auch innerhalb der Gefängnismauern eine be­sondere Herausforderung dar. Wirksame, multiprofessionelle Kooperationen sowie niederschwellige Hilfsan­gebote bilden dabei eine zentrale Grundlage, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Eine nicht stigmati­sierende, menschenrechtsbasierte Haltung gegenüber suchtbetroffenen Personen schafft den notwendigen Nährboden für eine bedarfsgerechte Unterstützung.

Das Themendossier «Sucht und Justizvollzug» des SKJV ist eine Rubrik auf der Homepage und beleuchtet die Verschränkung gesundheitlicher und sozialer Fragestellungen mit straf- und vollzugsspezifischen Aspekten am Beispiel suchtbetroffener Personen. Es liefert Erklärungsansätze, wirft kritische Fragen auf, macht Spannungs­felder und Widersprüche sichtbar und präsentiert gute Praxisbeispiele an den Schnittstellen von Justiz, Gesund­heit und Sozialem.

Ergänzend zu den Textbeiträgen wird das Themendossier durch verschiedene Videoinhalte erweitert. Dazu ge­hören Stimmen von Fachpersonen aus unterschiedlichen Disziplinen, Perspektiven von betroffenen Personen sowie ein Erklärvideo, das eine Einführung in die Thematik bietet und zentrale Zusammenhänge verständlich darstellt.

Die Publikation des Themendossiers findet im Mai 2026 statt. 

Finalisierung des Projekts «Personendurchsuchung»

Das Projekt «Personendurchsuchung» des SKJV fasst in einem einzigen Dossier die allgemeinen fachlichen Leit­prinzipien sowie die Basisprozesse zusammen, die für drei Arten von Personendurchsuchungen gelten. Das Dossier wurde in enger Zusammenarbeit mit der Expert:innen-Gruppe «Sicherheit und Schutz» erstellt und bildet die in der Schweiz geltende Praxis ab, wobei es nationale und internationale Standards in diesem Bereich einhält. Das Dossier, ergänzt durch Kommunikationsmittel wie Plakate und Broschüren, wird den Einrichtungen und Kantonen im Jahr 2026 zur Verfügung gestellt.